Jupiter Jones
Wer in Deutschland über Musik spricht, zieht ständig Grenzen. Hier Punk, da Pop. Hier Indie, da Mainstream. Hier Ansehen, da Gelächter.
Die neuen Songs handeln von Liebe, Verlust, Sinnsuche und Selbstzweifel, aber manchmal auch ganz konkret vom alten, verbitterten Mann in der Kneipe („Komm bloß nicht nach Bad Bentheim“) oder von einem „Berlin“ als Sinnbild der Zwangshipness. Die finalen Zeilen der ersten Single „Still“ lauten: „Und wenn ich noch 1000 Lieder vom Vermissen schreib/ Heißt das noch nicht, dass ich versteh/ Warum dieses Gefühl für immer bleibt.“
„Jupiter Jones“, das Album, überschreitet alle Grenzen. Ist Rock, ist Punk, ist Pop, ist Singer/Songwriter, aber vor allem ist es ein Manifest zum Thema, wie man seine Hörer entwaffnet, ohne sich anzubiedern… und wie man Synthesizer rehabilitiert! Produzent Wolfgang Stach, der auch das letzte Album betreute, hat in seiner Karriere bereits Hand an Such A Surge, BAP und Bosse gelegt; Mischer Michael Ilbert ließ die Beatsteaks, Tocotronic und Mando Diao klingen– gegensätzliche Künstler, die eines eint: Unverwechselbarer Charakter. Der ist Jupiter Jones wie keiner zweiten Band gegeben, denn niemand verknüpft rauhalsig-seelenvollen Rock so vollendet mit den besten Worten zur richtigen Melodie.
2011 ist es Zeit, dass dies nun alle Menschen mitkriegen, denn jeder hat ein Herz, das es verdient hat, würdevoll berührt zu werden. Und Jupiter Jones verlangen keinen Mitgliedsausweis.
(geschrieben von Oliver Uschmann)





























